40-jähriges Jubiläum der BRK Motorradstreife

Matthias Balk
Matthias Balk

Die BRK Motorradstreife in Bayern wurde 40 Jahre! Dieses Event sollte gebührend gefeiert werden – und zwar bei uns in Regensburg.

1983 wurde der Beschluss gefasst, die Mobilen Wachen auf den bayerischen Autobahnen um Motorräder zu erweitern, um die Reisenden auf Bayerns Schnellstraßen noch besser versorgen zu können. Damals gab es noch keine Navis und kaum Handys. Somit waren die Kollegen in der Anfangszeit nicht nur für die medizinische Versorgung der Reisenden im Stau, sondern auch als „fahrende Notrufsäulen“ und Helfer vor Ort bei Pannen und für Auskünfte zuständig. Auch die Ausrüstung damals war noch für den „Notfall“ im Stau ausgelegt: Windeln und Babynahrung oder Malstifte gehören heutzutage nicht mehr wirklich zu unserem Inventar auf den Bikes. Nachdem die Motorräder einfach schneller und besser durch die Staus kamen und klein und wendig waren, sah man bald die Vorteile und das Projekt wurde weitergeführt und sogar von anderen Bundesländern übernommen. 2024 feierten wir das 40-jährige Bestehender Streife, welches genau genommen schon 2023 gewesen wäre. Als Veranstaltungsort haben wir uns in Regensburg angeboten und die Zusage vom Landesfachdienstleiter bekommen. Nach Wochen und Monaten der Vorbereitung, Absprachen und auch Diskussionen, Anfragen bei zahlreichen Behörden und vielen, vielen Terminen, fand am Wochenende 04.–05. Mai 2024 endlich die große Feier im Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg statt.

Trophy durch den Landkreis Regensburg

Im Rahmen unserer 40-Jahr-Feier wollten wir für die Motorradfahrer (nicht nur BRK-Mitglieder) noch ein Event anbieten: unsere Trophy. Die Vorbereitungen zogen sich fast über ein halbes Jahr, in denen Tatjana, Julia und Melli geplant, gebastelt, ausprobiert und verhandelt haben. Es mussten Landkarten gemalt, Anleitungen und Spielregeln erstellt und die Helfer instruiert werden. Zudem musste Jens unsere Aufgaben testen.

Am Samstag, 04. Mai 2024, fand dann endlich unsere Motorrad-Trophy durch den Landkreis Regensburg statt. Es kamen bei wunderbarem Motorrad-Wetter ca. 50 Biker – privat und BRK-Streifen – aus ganz Bayern, um bei dem Event teilzunehmen. An der Staatlichen Feuerwehrschule in Lappersdorf bekamen die Biker eine lückenhafte Landkarte, die sie von Station zu Station durch den Landkreis Regensburg und Kelheim an den Sehenswürdigkeiten, wie Walhalla, Befreiungshalle oder Schloss Wörth vorbeiführte. Um 09.00 Uhr fiel der Startschuss für die Biker und die knapp 20 Teams machten sich auf den Weg.

An den Stationen, die von den BRK-Bereitschaften Wörth/Do, Neutraubling-Barbing, Nittendorf, Hemau und Sinzing-Prüfening betreut wurden, mussten verschiedene Aufgaben erfüllt und Punkte gesammelt werden. Dann bekam man die nächsten Wegpunkte in Form von Stickern, die die löchrige Landkarte auffüllten. Am Ende gab es für die Sieger, die die meisten Punkte gesammelt hatten, kleine Preise in Form von Gutscheinen und BRK-Teddys. An alle Teilnehmer verteilten wir Trost-Quietsche-Entchen und eine Teilnehmerurkunde als Erinnerung an die Trophy. Wir, Julia, Tatjana und Melli, freuen uns, dass unsere Trophy so gut angenommen wurde und es hat uns genau so viel Spaß gemacht wie Euch! Besonders bedanken möchten wir uns bei den Helfern der Bereitschaften für die Unterstützung und die gute Laune, die sie an den Stationen verbreitet haben und bei den Kollegen der TuS, die uns Bierbankgarnituren in unseren Ziel-Bereich geliefert und aufgebaut haben. Auch der Staatlichen Feuerwehrschule in Lappersdorf gebührt unser Dank, dass wir euer Gelände und das Parkhaus als Start und Ziel nutzen durften!

Abendveranstaltung

Nach unserer Trophy gratulierten wir unserem Streifenmitglied Flo N. noch zu seinem 40. Geburtstag. Trotz Geburtstagsstress nahm Flo als Teilnehmer mit seinem Team der BRK Motorradstreife Regensburg an der Trophy teil. Happy Birthday Flo! Danach sammelten sich die BRK-Streifen-Mitglieder an der Staatlichen Feuerwehrschule in Lappersdorf, wo auch die Übernachtung stattfand, um mit dem gemieteten Bus in die Stadt zu fahren. Jens machte den Reiseführer und gab auf der Anfahrt ein paar Infos zum weiteren Verlauf kund.

Am Haus der Bayerischen Geschichte teilten wir uns in zwei Gruppen und bekamen eine ca. 1,5-stündige Stadtmaus-Führung durch die Regensburger Innenstadt mit ihren wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wie das Rathaus, die Porta Praetoria und natürlich Steinerne Brücke und Regensburger Dom. Nach der Führung gingen wir direkt zur Brauereigaststätte Kneitinger am Arnulfsplatz zum gemeinschaftlichen Abendessen. Dort gab es kurze Grußworte der Landesbereitschaftsleitung im familiären Kreis. Es war eine gute Stimmung und ein sehr schönes Wiedersehen mit den Kollegen aus ganz Bayern. Mit dem gemieteten Linien-Bus, in den auch fast die wartenden Passanten am Arnulfsplatz einsteigen wollten, wurde dann wieder zurück nach Lappersdorf gefahren.

Festakt am Sonntag

Am Sonntag starteten wir um 7 Uhr mit dem Auschecken von der Staatlichen Feuerwehrschule Lappersdorf und dem Sammeln an den BRK-Bikes im Parkhaus. Es gab noch eine kleine Ansprache unseres Landesfachdienstleiters Werner Wawok und seinem Stellvertreter Peter Pohl. Um 7.30 Uhr fuhren wir im Konvoi mit den knapp 40 BRK Motorrädern nach Regensburg. Zwei unserer Kollegen von der Johanniter-Motorradstaffel begleiteten uns dabei und sicherten uns an einer großen Kreuzung ab.

Am Haus der Bayerischen Geschichte wurden wir von den Helfern des BRK Regensburg empfangen und die Verpflegung aus Regenstauf wartete bereits mit einem bayerischen Frühstück auf uns. Es gab traditionell Weißwurst und Brezen. Unsere Bikes standen zwischen Haus der Bayerischen Geschichte und Donau und boten einen beeindruckenden Anblick. Leider kamen hier unsere RTW-Besatzung, die das Fest sanitätsdienstlich absicherte, und unser Streifenmitglied Stefan als Notarzt zum Einsatz. Ein Kollege verhedderte sich und stürzte, als er von seinem Bike absteigen wollte. Er musste mit einem RTW ins Krankenhaus transportiert und dort operativ versorgt werden.

Vor dem offiziellen Teil wollten wir uns noch bei unserem KBL und der Landesfachdienstleitung Werner Wawok und Peter Pohl und unseren Kollegen vom BRK Regensburg für die Unterstützung mit kleinen Präsenten bedanken. Auch Julias Eltern bekamen ein kleines Präsent für das Binden der 60 Buchsbaum-Kreuze für die Segnung der Bikes. Als Präsent für die Streifenmitglieder gab es kleine „Holzbredl“ mit BRK Motorradstreifen Gravur (vielen Dank an Sulti), den eigens für die Feier entworfenen Jubiläumspatch und die Festschrift, die Julia und Tatjana erstellt hatten. Zudem enthielt das Präsent eine Schokopraline mit Aufdruck. Die Präsente wurden von unseren Helfern während der Feierlichkeiten ausgeteilt und an den jeweiligen Motorrädern deponiert, so dass jedes Streifenmitglied eine kleine Erinnerung an das Fest mit nach Hause nehmen konnte.

Gegen 10 Uhr startete der offizielle Teil der 40-Jahr-Feier mit den Grußworten des Innenministers Joachim Herrmann, der BRK-Präsidentin Angelika Schorer, der Regensburger Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und der Landrätin Tanja Schweiger. Das Polizei-Orchester sorgte für die musikalische Untermalung und unser Landesbereitschaftsleiter Dieter Hauenstein führte durch das Programm. Es waren viele geladene Gäste, sogar von der Bundesebene des BRK und der Politik anwesend. Auch die Redner bekamen von uns ein kleines Präsent als Erinnerung an diesen Tag. Dem Innenminister überreichten wir ein kleines Modell-Bike der Regensburger Motorradstreife. Das Haus der Bayerischen Geschichte schmückten wir mit einer kleinen Ausstellung von alten BRK-Bikes aus den BRK-Museen Nürnberg und Nabburg. Auch alte Motorrad-Kleidung aus den Anfangszeiten und Helme durften wir ausstellen. Hier geht unser Dank an die beiden BRK-Museen und ihre Leitungen Hr. Herold (Nürnberg) und Hr. Hofbauer (Nabburg) für die großartige Unterstützung. Den Kollegen Simon und Michi der Technik und Sicherheit Regensburg möchten wir auch ein riesengroßes Danke zukommen lassen. Sie holten zusammen mit Julia am Freitag die beiden Bikes mit dem LKW und brachten sie am Montag mit Jens wieder zurück – und waren dafür jeweils 7 Stunden auf der Straße unterwegs. Riesengroßes Dankeschön! Nach den Grußworten wurden unsere Bikes am Donauufer von den Geistlichen gesegnet. Diakon Fleischmann (Malteser) und Pfarrerin Julia Sollinger segneten in einer schönen Andacht die Fahrer und deren Bikes für ihre Tätigkeit im Streifendienst.

Ausfahrt in den Bayerischen Wald 

Gegen 12 Uhr starteten dann die BRK-Bikes zusammen mit 10 Kollegen der Polizei-Streife zur gemeinsamen Ausfahrt in den Bayerischen Wald mit Ziel Furth im Wald. Leider hatten wir vom Landratsamt Regensburg die Auflage, in einzelnen Gruppen mit ca. 10 Fahrern zu starten, da es uns untersagt worden ist, in einem Konvoi mit Blaulicht zu fahren, wie es bisher bei den Auftaktveranstaltungen üblich war. So starteten die Biker in 10er-Grüppchen, angeführt von einem Bike aus Regensburg und begleitet von 2 Polizei-Bikes, durch die Stadt in Richtung Donaustauf, Falkenstein und Roding. Über Cham fuhren wir nach Furth im Wald. Unterwegs postierten wir Freunde und Familie, um Fotos von unserer Ausfahrt zu machen. Vielen Dank an dieser Stelle an den HvO Donaustauf und die „Zumhofer“.

In Furth im Wald hielten wir eine kleine Überraschung für unsere Gäste bereit: Der Further Drache – der größte Schreitroboter der Welt – begrüßte uns mit Gebrüll und Rauch an der Rettungswache Furth im Wald. Die Ehrfurcht und Begeisterung der Teilnehmer war groß und es wurden unzählige Fotos von den Bikes und dem Drachen und natürlich den Kollegen gemacht. So eine Zusammenkunft ist für beide Seiten nicht alltäglich. Anschließend gab es Gulasch und Nudeln von den Chamer bzw. Further BRK Kollegen und eine kurze Vorstellung des Drachen, die begeisterte und Gänsehaut bereitete. Vielen Dank an die Mitarbeiter des Drachenstichs und die Stadt Furth im Wald, die uns relativ kurzfristig, unentgeltlich und ehrenamtlich diese Vorstellung ermöglichten! Auch ein riesengroßes Dankeschön an die Chamer Kollegen des BRK, die uns so gut aufgenommen haben! Danke für die gute Zusammenarbeit!

Nach diesem eindrücklichen Erlebnis starteten wir gemeinsam wieder Richtung Regensburg. Dabei führte uns unsere Route über den Hohen Bogen und Bad Kötzting in den Landkreis Straubing und zurück nach Regensburg. Leider wurden wir kurz nach Start von einem Starkregen erfasst, der uns bis auf die Unterwäsche durchnässte. Aber typisches Frühlingswetter: bis zur Ankunft in Regensburg waren alle wieder trocken. Gegen 17 Uhr erreichten wir den Kreisverband Regensburg und somit das Ende der Veranstaltung. Das Gepäck konnte aufgenommen werden und wir verabschiedeten uns von BRK- und Polizei-Kollegen. Es sind viele neue Freundschaften entstanden und wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen!